Kommt bald die Genehmigung? Bau noch dieses Jahr?

„Alt Tellin: Grünes Licht für Schweinemast?“
www.ndr.de

Ferkel könnten demnächst in Alt Tellin gemästet werden. Nach Informationen von NDR 1 Radio MV gibt es Anzeichen dafür, dass das Amt für Landwirtschaft und Umwelt und Neubrandenburg die Genehmigung für Europas größte Ferkelzuchtanlage in Alt Tellin im Landkreis Demmin erteilen will. Im Vorfeld der Entscheidung waren in einem öffentlichen Erörterungsverfahren über 700 Einwände von Anwohnern und Umweltschützern zu möglichen Auswirkungen der Anlage vorgelegt worden. Mit einer Kapazität von rund 46.000 Schweinen wäre die geplante Anlage eine der größten ihrer Art in Europa.
Baubeginn noch 2010?

Der niederländische Investor Adrian Straathof will den Betrieb auf dem Gelände einer alten Anlage zur Schweinehaltung für rund 15,6 Millionen Euro errichten. Er kündigte für den Fall einer Genehmigung an, möglichst noch in diesem Jahr mit dem Bau der Anlage zu beginnen. Straathof betreibt nach eigenen Angaben bundesweit sieben Schweinezucht- und -mastanlagen, darunter seit 2006 einen Schweinemastbetrieb im unweit von Alt Tellin gelegen Medow mit rund 2.200 Sauen und 8.000 Ferkeln.

Kritik von Umweltschützern und Bürgerinitiativen

Mitglieder des BUND und anderer Bürgerinitiativen protestieren in Demmin zu Beginn des Genehmigungsverfahrens gegen die geplante Ferkelaufzuchtanlage in Alt Tellin. Die Gegner kritisieren das massive Gülleaufkommen, die zu erwartende Geruchs- und Lärmbelästigung sowie befürchtete Nachteile für die kleine ländliche Tierhaltung. Nach Auffassung vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Bürgerinitiative „Leben am Tollensetal“ widerspricht die Anlage zudem geltendem Tierschutz- und Umweltrecht. Die Bürgerinitiative befürchtet eine Beeinträchtigung des Tourismus, ein höheres Verkehrsaufkommen und sinkende Immobilienpreise.

40 bis 50 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden

Nach Angaben von Bauleiter Peter Meyer soll in Alt Tellin eine aus sechs Einzelställen bestehende Anlage für 10.458 Sauen und Eber sowie 35.840 Ferkel entstehen. Der Betrieb werde mit einer dreistufigen Abluftfilter- und -reinigungsanlage sowie sieben abgedeckten Großbehältern für Gülle ausgestattet. Insgesamt würden 40 bis 50 Arbeitsplätze geschaffen.